Hinter den Kulissen
Hier möchte ich euch einen kleinen Einblick in unser Züchterleben geben. Denn ein gut sozialisierter Familienhund kommt nicht einfach auf die Welt. Der Weg von der Zuchtplanung bis zum Welpen ist lang und nicht immer einfach. Von der Arbeit, die natürlich Spaß macht, ganz zu schweigen.
Lange bevor eine Hündin gedeckt wird, suchen wir nach einem passenden Deckrüden. Diesen sehen wir uns dann an und überlegen, ob er für diese Hündin passend wäre (wir vermeiden Inzucht). Wir fahren oft mehrere 100 km zum passenden Rüden. Wenn er dann doch nicht der Richtige ist, wird der Nächste gesucht. Denn einen Hund auf einem Foto zu sehen oder in Natura, das ist eben ein riesengroßer Unterschied. Zudem ist für uns das Wesen des Deckrüdens sehr wichtig. Er sollte ein gut sozialisierter und ausgeglichener Familienhund sein, der wie auch unsere Hunde, im Haus lebt. Sehr wichtig ist für uns auch, dass die Elternlinie gesund ist.Seit Juli 2011 ist es für uns vorbei mit der Suche nach einem gut sozialisierten ,ausgeglichenen Rüden denn wir holten Paco von der Ruhrau zu uns. Wir suchten nach einer fremden Blutlinie für unsere Weiber denn Inzucht, Linienzucht lehnen wir ab. Wir hatten sehr sehr viel Glück. Paco ist in keiner Weise zu meinen Weibern verwandt er ist ein liebevoller gut sozialisierter Rüde der sich sofort ins Rudel integrierte und auch mit unseren Welpen liebvoll umgeht. Nur sein bestes Stück darf nicht angesaugt werden da schimpft er leicht. Er ist ein toller Rüde der die Hündinen nicht bedrängt und nur in der Stehzeit der Hündin etw. Liebeskummer hat ,wenn er nicht decken darf.
 mehr Infos über Inzucht finden sie auch hier
 http://www.deki-la-chenga.de/info/zuechter/inzucht.htm
Seit Jan.2012 muß jeder Zuchthund eine DNA - Identification besitzen.
Ist die Hündin dann läufig, heißt es beobachten. Nicht jede Hündin steht an den obligatorischen Tagen. Dann ist es auch besonders wichtig das Rudel zu beobachten. Erlaubt die Alpha-Hündin die Läufigkeit der Hündin oder kommt es zu Rangeleien, die im Vorfeld schon unterbunden werden sollen?Â
 Wenn der passende Tag gekommen ist, fahren wir zum Rüden (das Geld fürs decken natürlich auch dabei). Jetzt hoffen wir, dass die Hündin den Rüden akzeptiert und der Deckakt klappt. Eventuell ist man zu früh oder zu spät dran. Klappt alles ganz normal, dann wird am übernächsten Tag der Deckakt nochmal wiederholt. Allerdings klappt es trotzdem nicht immer sofort, sondern oft fährt man noch ein drittes oder viertes mal.
Ab jetzt heißt es warten und beobachten. Oft fragen wir uns, ob unsere Hündin trächtig ist und wenn ja, hoffentlich verläuft die Schwangerschaft und Geburt reibungslos. Natürlich haben wir Angst, dass die Hündin einen Abgang oder andere Komplikationen wärend der Trächtigkeit haben könnte. Egal was kommt, hoffentlich passiert unserer Hündin nichts. Da unsere Hunde im Rudel immer bei uns sind, haben wir einen sehr engen Bezug zu ihnen und es wäre furchtbar, wenn unseren Hunden etwas passieren würde. Denn leider verläuft die Trächtigkeit nicht immer problemlos, einiges kann passieren wobei wir einen Tierarzt benötigen.
Ab der 6. Woche der Trächtigkeit benötigt die Hündin ein besonders hochwertiges Futter. Bei uns bekommt sie ab diesem Zeitpunkt Josera Family. Wir geben ihr auch Globuli um ihr die Geburt zu erleichtern. Langsam wird die Hündin an ihren Wurfkorb gewöhnt. Wir beobachten nun die Hündin sehr genau und vor allem auch das Rudel, wie es sich ihr gegenüber verhält.
Der Zeitpunkt der Geburt rückt näher... Wieviele Welpen es wohl sind? Sobald die Zeit der Niederkunft naht, lassen wir unsere Hündin nicht mehr alleine. Beim Werfen, egal zu welcher Zeit, sind wir selbstverständlich dabei. Klappt alles reibungslos und ohne Probleme so helfen wir evtl. beim abnabeln. Wiegen die Kleinen und schreiben die Uhrzeit auf.
Doch nicht jede Geburt verläuft komplikationslos. Manche brauchen Wehenmittel, andere sogar einen Kaiserschnitt, wieder andere haben keine Milch etc.
Nicht immer sind alle Welpen gesund und munter. Manche kommen tot zur Welt, andere brauchen unsere Hilfe damit sie atmen und leben. Hat die Mutter zu wenig Milch, müssen wir alle zwei Stunden die Welpen per Flasche füttern und hoffen, dass die Hündin bald Milch gibt. Wichtig ist auch, zu kontrollieren ob die Hündin die Welpen säubert, ansonsten ist das auch unsere Aufgabe.
Ist die Geburt abgeschlossen, werden erstmal die Decken ausgewechselt. Nun können Mama und Welpen sich entspannen und zur Ruhe kommen.
Wir müssen jetzt besonders darauf achten, dass alle Welpen genug trinken. Dazu wird das Gewicht die ersten zwei Wochen, wenn nötig auch länger, kontrolliert. Bei der Hündin achten wir darauf, dass sich die Gebärmutter gut reinigt. Jetzt werden x-mal am Tag die Tücher ausgetauscht und die Hündin zum lösen rausgebracht. Die Hündin bekommt jetzt Josera Familiy in ausreichenden Mengen. Quietscht ein kleiner Welpe, so müssen wir nachsehen, ob ihn die Hündin nicht eingeklemmt hat. Denn schnell ist ein kleiner Welpen erdrückt, ohne dass die Hündin es wollte. Nachts haben wir ein Nachtlicht im Zimmer, damit die Hündin jederzeit die Möglichkeit hat ihre Welpen zu finden. Ebenfalls haben wir ein Babyphone im Raum, um einschreiten zu können, wenn Hilfe benötigt wird.
Legen die Kleinen gut an Gewicht zu sind wir natürlich zufrieden, doch ein Rest Sorge bleibt immer. Hoffentlich entwickeln sich alle weiterhin gesund. Denn es gibt viele Krankheiten die Welpen bekommen können und dann sterben oder eingeschläfert werden müssen. Nicht immer eine leichte Sache. Deshalb lassen wir auch Besucher erst ab der 4. Woche zu den Welpen. Denn mit 4 Wochen ist ihr Immunsystem schon etwas gefestigt. Bis zur 6. Woche sind die Welpen dann bereits 3x entwurmt.
Die Welpen bekommen nun Josera Family als feste Nahrung. Die Milch der Mama gibt es als Nachspeise und zwischendurch. Telefon, Staubsauger oder Küchengeräusche sind schon lange normal und machen ihnen keine Angst. Auch Autogeräusche sind wohl bekannt. Meine Enkelkinder sind jedesmal begeistert von den Welpen und unsere Hündinnen akzeptieren sie sofort. So lernen die Welpen den liebevollen Umgang aus Kinderhand und unsere Enkelinnen finden es super. Inzwischen wird aber auch Spielzeug sehr interessant. Davon benötigen wir auch ganz schön viel, denn der Inhalt muss natürlich genauestens untersucht werden.
Läßt die Hündin es zu, dürfen die Kleinen im Rudel mitlaufen. So erkunden sie Haus und Garten. Mit ca. 6 Wochen wollen sie dann nach dem Aufwachen, nach dem Fressen, während des Spielens und auch abends zwischen 22 und 23 Uhr alle raus in den Garten um ihr Geschäft zu erledigen (nicht immer ganz einfach, bei z.B. 8 so kleinen Rackern). Mindestens 4 x am Tag wird der Garten gesäubert, denn wer hat schon gern die Hinterlassenschaft der Welpen am Schuh. Nun müssen wir jeden Welpen genau beobachten, denn sucht einer ein Plätzchen zum lösen, sind wir schnell zur Stelle um ihm zu zeigen wo es in Ordnung ist. Doch immer sind wir nicht schnell genug und so wird eben mehrmals am Tag Flur und Küche gewischt, denn man soll ja nicht riechen, dass hier Welpen aktiv sind. Also stehen Staubsauger und Putzeimer immer parat. Viele Spielzeuge haben als Inhalt Watte, wovon die Kleinen schwer begeistert sind. Sehr schnell lernen sie das Wörtchen NEIN, denn alles darf nicht sein. Unsere Schuhe bleiben stehen und die Blumen gehören auch mir. Am Wochenende ausschlafen?? Nein! Nicht mit Welpen! Denn unsere Racker werden wach, haben sofort Riesenhunger und so beginnen sie gegen 6 Uhr früh ein lautes Welpenkonzert.
Bis zum Alter von ca. 4 -5 Wochen werden die Decken 4-5 mal am Tag ausgetauscht, dann reicht es nur noch einmal täglich (so wie bei unseren Großen auch). So kommt doch mindestens eine Ladung Wäsche täglich zusammen, die gewaschen und getrocknet werden muß.
Neben der ganzen Sauberkeit (die nebenbei gemacht wird), ist es sehr wichtig, dass sie einen Bezug zu uns Menschen entwickeln. Deshalb spielen wir oft mit den Kleinen. Auch Schmuse- und Streicheleinheiten gehören x-mal am Tag dazu. Das Fell bürsten, Ohren sauber machen und die Kontrolle der Zähne sind wichtig und muß gelernt werden. Bei uns leben die Kleinen mit uns und nicht neben uns. Was natürlich viel mehr Arbeit macht, als wenn ich sie einfach wegsperren würde.
Neben dem regulären Futter lernen die Welpen auch Obst und Gemüse (für unsere Großen gibt es auch so manches Gesundes zum Futter dazu) kennen.
Schnell lernen die Welpen, wenn ich pfeife oder mit der Zunge schnalze, dass sie gemeint sind und alle kommen aus ihren Verstecken...
Neben dem ganzen putzen, schmusen usw. müssen natürlich auch Fotos gemacht werden, damit sie sich über uns ein Bild machen können. So sehen sie gleich wie natürlich die Welpen aufwachsen. Also sind wir immer fleißig dabei Fotos zu machen und auf die Homepage zu laden. Auch Telefonate mit den zukünftigen Hundebesitzern gehören zu unserem Tagesablauf. Vertrauen wir uns gegenseitig, so steht dem Aussuchen eines Welpen nichts mehr im Wege.
Sind die Kleinen dann 8 Wochen alt, werden sie geimpft bekommen einen EU-Pass , gechippt und vom Zuchwart des VDH abgenommen . Außerdem wird von jedem Welpen ein DNA-Profil erstellt und archiviert .Sie erhalten dann eine VDH-Ahnentafel.
Nun dürfen die Welpen auch mit uns an der Leine nach draußen und langsam verabschiedet sich jeder und zieht mit einem Schmusetuch und Welpenbox im Handgepäck in seine neue Familie.
Es gäbe noch so manches aufzuzählen (schlaflose Nächte etc.), von den Kosten ganz zu schweigen...
doch für uns gilt:
Wir als Züchter leben für die Hunde
und nicht von den Hunden!
